Berufspilot

Ausbildung USA CPL(H)

Für die Berufspilotenausbildung gelten vom Grundsatz her die selben Auswahlkriterien für eine gute Flugschule wie für die Privatpilotenausbildung. Allerdings sollte man sich die Schule hier noch genauer anschauen, da man schließlich eine Menge Geld investiert.

Da der CHPL nicht so einfach in einen JAA-CPL(H) umzuschreiben ist, macht es im Gegensatz zum Privatpilotenschein wenig Sinn, nur die Lizenz in den USA zu machen. Der eigentliche Sinn der Berufspilotenausbildung in den USA liegt darin, dass man bei Schulen, die ein J-1 Visum anbieten, nicht nur die Ausbildung macht, sondern sich auch eine vernünftige Grundlage schafft, um später als Pilot zu arbeiten. Auf diesem Visum kann man 2 Jahre lang legal in den USA leben und arbeiten und dabei ausreichend Flugstunden sammeln, um dann später auch eine Chance auf dem europäischen Arbeitsmarkt zu haben. Eine CHPL-Ausbildung in den USA ohne J-1 Visum macht aus meiner Sicht deshalb genauso wenig Sinn wie eine Ausbildung in Europa ohne ein gutes und gesichertes Konzept, wie man an die ersten 1.000 Flugstunden kommt.

Die Schule Bristow Academy bietet seit längeren eine Ausbildung entsprechend der JAR-FCL 2 in den USA an. Sinn der Sache sollen die günstigeren Flugstundenpreise sein. Das Problem ist nur, dass die aufwändige Theorie-Ausbildung nach JAA-Standards so viel Zeit in Anspruch nimmt, dass fast das gesamte J-1 Visum mit der Ausbildung aufgebraucht wird und damit kaum mehr Zeit bleibt, Flugerfahrung zu sammeln. So macht das J-1-Visum aus meiner Sicht reichlich wenig Sinn!

Das einzig vernünftige Konzept für Europäer hat momentan Hillsboro Aviation. Hier dauert die gesamte Ausbildung zwar am längsten, dafür kann man aufgrund der intelligenten Kombination der legalen Möglichkeiten sehr viel Flugerfahrung sammeln. Die Ausbildung zum Privatpiloten wird vor die Zeit gelegt, in welcher die 2-Jahres-Frist für das J-1 Visum läuft. Das J-1 Visum wird dann genutzt, um zügig durch das Ausbildungsprogramm zum Berufspiloten und Fluglehrer zu kommen und dann im Anschluss möglichst viel Flugerfahrung zu sammeln, für die man dann sogar bezahlt wird.

Eins ist klar: Wer nach 2 Jahren USA-Aufenthalt zurückkommt und eine JAA-Lizenz möchte, der muss noch einmal richtig pauken und dann alle theoretischen Prüfungen und einen Prüfungsflug beim LBA ablegen. Das ist sehr aufwändig, aber schließlich müssen das auch diejenigen, die die Ausbildung in Deutschland machen, tun. Und meine Erfahrung zeigt eben, dass derjenige, der 1.200 oder 1.500 Flugstunden und einigen hundert Stunden Fluglehrererfahrung im Logbuch hat, gute Jobchancen hat. Wer hingegen einen CPL(H) in Europa gemacht hat, der bekommt aufgrund mangelnder Erfahrung meist keinen Job. Und der angenehme Nebeneffekt dabei: Trotz der recht aufwändigen Umschreibung ist die Ausbildung in den USA immer noch erheblich günstiger als in Deutschland.