Berufspilot
Vor- und Nachteile
Wer in der heutigen Zeit Berufhubschrauberpilot werden möchte mit einer realistischen Chance, sein investiertes Geld nicht in den Sand zu setzen, für den geht aus meiner Sicht kein Weg an Amerika vorbei. Hierfür gibt es nur drei Gründe, die zählen - Flugerfahrung, Flugerfahrung und noch einmal Flugerfahrung. Andere Faktoren wie der günstigere Preis und die praxisnähere Ausbildung sind zwar nette Nebeneffekte, aber ohne Flugerfahrung ist die ganze Ausbildung für die Katz'.
Gewerbliche Unternehmen stellen kaum Piloten ein, die weniger als 500 h oder 1.000 h haben. Grund dafür sind das erhöhte Risiko bei Piloten mit geringer Erfahrung und die Versicherungen, die bei Piloten mit geringer Erfahrung meist deutliche Aufschläge verlangen. Vor allem bei Piloten für Turbinenhubschrauber wird eine gewisse Erfahrung vorausgesetzt, weil das Überschreiten von Limits bei Turbinenhubschraubern meist sehr teuer ist und erfahrenere Piloten die Grenzen besser einschätzen können.
Deutsche Schulen, die gerne ihre Ausbildung verkaufen möchten, argumentieren immer mit der schwierigen Umschreibung. Ein Quatsch, denn bei der Umschreibung müssen wie auch bei der deutschen Ausbildung Prüfungen in allen theoretischen Fächern abgelegt werden, so dass hier nichts einfacher ist. Amerikanische Piloten sparen sich nur einen Großteil der sehr zeitaufwändigen Theorieausbildung. Der Hauptunterschied ist nur, dass jemand, der mit einem J-1 Visum in Amerika war, nach 24 Monaten mit 1.200-1.500 h Erfahrung zurück kommt, nach einer Umschreibung, die weitere 6-12 Monate in Anspruch nimmt, aufgrund seiner Flugerfahrung meistens einen Job bekommt. Wer in Deutschland die Berufspilotenausbildung macht, braucht dafür auch 12-24 Monate und hat dann je nach Weg deutlich weniger als 200 Flugstunden. Die meisten gewerblichen Unternehmen stellen allerdings keine Piloten mit weniger als 500 h, meistens sogar 1.000 h an, so dass nach Abschluss einer aufwändigen Ausbildung der schwierigste Teil erst anfängt.
Einige deutsche Schulen werben auch damit, dass sie Partner des ADAC sind und suggerieren, dass die dort ausgebildeten Piloten einfacher in der Luftrettung unterkommen. Aus meiner Sicht sind das unseriöse, kurzfristige Marketingaussagen. Es gibt bei den Luftrettungsorganisationen formelle Voraussetzungen und jeder, der sie erfüllt, wird eingestellt. Es gibt hier keine Präferenz für bestimmte deutsche Flugschulen. Das bestätigt auch der ADAC auf telefonische oder schriftliche Anfrage. Denn sowohl bei ADAC wie auch bei der DRF gibt es zur Zeit mehr Piloten, die ihre Ausbildung in Amerika, z.B. bei Hillsboro Aviation, gemacht haben als bei den sogenannten Partnerschulen. Mein Tipp: Fragt bei diesen Schulen einfach nach einer Referenzliste mit ausgebildeten Piloten der letzten 5 Jahren und fragt diese Personen direkt nach ihren Erfahrungen.