Fluglehrer
Ausbildung USA
In Amerika ist es üblich, zum Aufbau von Flugstunden als Fluglehrer (Certified Flight Instructor / CFI) zu arbeiten. Die Berufspilotenlizenz ist in den USA Voraussetzung für die Fluglehrerlizenz, so dass der frische Berufspilot gleich nach seiner Fluglehrerausbildung beginnen kann, in seinem neuen Job Stunden zu sammeln. Da in großen Flugschulen in Amerika regelmäßig sehr viele Flugschüler ausgebildet werden, können so bei entsprechendem Zeiteinsatz monatlich 80 h und mehr geflogen werden. Die Schulen wissen natürlich auch, dass diese Zeit notwendig ist, um Erfahrung zu sammeln und zahlen ihren Lehrern relativ wenig, in der Regel zwischen 10 und 15 $ pro geflogene Stunde. Das Jahresgehalt liegt damit bei ca.12.000-15.000 US$, was meistens reicht, um die laufenden Lebenshaltungskosten zu decken. Nachteil dieses Systems ist, dass oft relativ junge und unerfahrene Lehrer Fluglehrer sind. Auch ist die Motivation oft nicht so gut wie bei Lehrern, die den Job aus Leidenschaft machen, da das Hauptziel ja nicht das Lehrersein ist, sondern das ‚Überstehen' der Fluglehrerzeit und das ‚Herunterreißen' möglichst vieler Stunden, um beruflich weiter zu kommen. Bei einem gut geführten Schulbetrieb wirkt sich das allerdings nicht nachteilig auf die Sicherheit aus. Eine Frage nach der Unfallstatistik der vergangenen Jahre lohnt sich allerdings bei jeder deutschen und amerikanischen Schule, weil sie viel über die Qualität der Ausbildung und über die Qualitätssicherung aussagt. Trotz dieser Nachteile bietet das amerikanische System die Möglichkeit, in der Tätigkeit als Fluglehrer schnell die notwendigen Flugstunden zu bekommen, die man braucht, um in der gewerblichen Fliegerei einen guten Job zu bekommen. Da man ein Visum braucht, um in Amerika arbeiten zu dürfen, muss man als europäischer Staatsbürger in eine Schule gehen, die ein J-1-Visum anbietet, das für zwei Jahre gültig ist und eine Arbeitsgenehmigung beinhaltet. Schulen, die dieses Visum ausstellen dürfen, haben vor der Einwanderungsbehörde einen universitätsähnlichen Status und müssen deshalb sehr qualifizierte Trainingsprogramme und eine extreme finanzielle Stabilität nachweisen. Deshalb unterscheidet sich die Qualität des Schulbetriebes auch deutlich von den vielen kleinen Familienflugschulen, die nahezu an jedem Flugplatz in Amerika schulen. Es gibt deshalb auch nur drei Hubschrauberschulen, die das J-1 Visum anbieten. Da das Visum nach abgeschlossener Fluglehrerausbildung auch in andere Schulen mitgenommen werden kann, stehen einem nach der Ausbildung sehr viele Möglichkeiten offen, überall in Amerika Flugstunden zu sammeln.
Die Ausbildungsinhalte sind in 14 CFR §61.185 und §61.187 nachzulesen und die Prüfungsstandards in den Practical Test Standards und den Knowledge Test Guides. Die ‚Fundamentals of Instruction' (Pädagogik) sind ein getrennter schriftlicher Test und Bestandteil der mündlichen praktischen Prüfung.
Die amerikanische Lehrberechtigung ist zwei Jahre lang gültig. Zur Verlängerung kann ein Fluglehrer gemäß 14 CFR 61.197 entweder einen praktischen Prüfungsflug vor einem Prüfer für Fluglehrer ablegen oder nachweisen, dass er mindestens fünf Flugschüler praktisch ausgebildet hat, von denen mindestens 80% beim ersten Prüfungsversuch bestanden haben. Er kann gemäß den Bestimmungen des Luftfahrtgesetzes zur Verlängerung der Lehrerlizenz auch nachweisen, dass er in führender Position in einem gewerblichen Flugbetrieb regelmäßig Checkflüge abgenommen hat oder dass er an einer genehmigten Fluglehrerfortbildung teilgenommen hat. Dann verlängert sich die Gültigkeit um weitere zwei Jahre.