Privatpilot
Vor- und Nachteile
Meiner Erfahrung nach macht es für Privatpiloten in den meisten Fällen Sinn, die Ausbildung in den USA zu machen. Die Vorteile sind vielfältig: Zum einen sind die Kosten inklusive aller Nebenkosten spürbar geringer als in Deutschland und die zusätzliche Erfahrung, die man durch die Ausbildung in den USA macht, bekommt man gratis dazu. Die Ausbildung in Amerika ist meist abwechslungsreicher (Landung auf Heliports mitten in der Stadt, Nachtflüge über Stadtgebiete, hohe Flugplatzdichte) und auf großen Plätzen lernt man, locker mit viel Flugverkehr und dem englischen Sprechfunk umzugehen. Wichtig bei der Auswahl der Flugschule sind ein Klima und eine geographische Lage, die gut mit Europa vergleichbar ist. Vorteilhaft sind also sowohl ein richtiger Winter als auch heißes Sommerwetter, sowohl Berge als auch Waldgebiete - und natürlich sollte die Ausbildung unbedingt an einem größeren, kontrollierten Verkehrsflughafen stattfinden.
Bis auf Ausnahmen, die es auch in Deutschland gibt, ist die Ausbildung bei großen Flugschulen sehr gut, teilweise sogar im praktischen Teil besser als in Deutschland. Die Möglichkeit, den Pilotenschein in so kurzer Zeit zu machen, kommt zum einen daher, dass die Schulen sehr viel größer sind und der Ablauf auf optimales Lernen ausgelegt ist. Es stehen meist mehr Lehrer zur Verfügung und der Theorieunterricht ist sehr viel besser organisiert. Zum zweiten sind die Verwaltungsabläufe in Amerika sehr viel kürzer. Die Theorieprüfung kann in der Schule am Computer abgelegt werden mit einer Online-Verbindung, die direkt zur Luftfahrtbehörde FAA nach Oklahoma City geht. Wer durch die Prüfung fällt, kann die Prüfung nach einer Nachschulung durch einen Lehrer nach am selben Tag wiederholen. Auch die praktischen Prüfer sind sehr schnell verfügbar und stellen bei bestandener Prüfung sofort vor Ort eine vorläufige Lizenz aus. Alle diese Abläufe dauern in der deutschen Verwaltung einfach sehr viel länger. Dazu kommt, dass die Flugschüler sich in Amerika nur auf die Pilotenlizenz konzentrieren, während bei einer Ausbildung in Deutschland Familie, Beruf und andere Verpflichtungen dazwischen kommen.
Für mich gibt es nur einige wenige Fälle, wo eine Ausbildung in Deutschland sinnvoll ist. So zum Beispiel, wenn man selbständig ist oder sonst sehr wenig Zeit hat und nicht 6 bis 8 Wochen am Stück oder zwei Mal für 3 bis 4 Wochen am Stück nach Amerika kann. Ein weiterer Grund, den Privatpilotenschein in Deutschland zu machen ist natürlich, wenn man gar kein Englisch spricht. Die günstigste Möglichkeit in Deutschland ist es dann, den Hubschrauberschein in einem Verein zu machen.